gefaltetes Sparschwein als Symbol für finanzielle Selbstverantwortung
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Finanzielle Selbstverantwortung: Das Zwei-Konten-Prinzip

Als ich vor Jahren anfing, mich intensiver mit meinen Finanzen und meiner Altersvorsorge auseinander zu setzen, hat sich für für mich das 2-Konten-Prinzip als äußerst effektiv in Hinsicht auf die finanzielle Selbstverantwortung herausgestellt. Der Tipp kam von meinem Großvater und hat sich in den letzten Jahrzehnten in unserer Familie bewährt. Gerade am Beginn meiner Ausbildung bzw. meines Studiums hat es mir geholfen, trotz geringen finanziellen Spielraums in meinem Budget zu bleiben und ein kleines finanzielles Polster zu errichten.

Was ist das Zwei-Konten-Prinzip?

Das Zwei-Konten-Prinzip gehört zu den einfachsten Dingen, die man machen kann, um in seinem Budget zu bleiben. Das erste Konto deckt die fixen Kosten ab und einen Betrag x für alltägliche Ausgaben und Aufwendungen für die Freizeit. Das zweite Konto dient als Parkplatz für einen Notgroschen.

Achtung: Diese Methode eignet sich meiner Meinung nach lediglich zum Einhalten seines persönlichen Budgets und zum Aufbau eines Notgroschens (falls der Computer oder die Waschmaschine kaputtgehen sollte), nicht zum nachhaltigen Vermögensaufbau.

Was benötige ich dafür?
  • Ein Girokonto
  • Ein Tagesgeldkonto
  • Einen Budget-Plan
Wie funktioniert es?

Auf das Girokonto geht der regelmäßige Geldeingang ein: BAföG, die Ausbildungsvergütung, das Gehalt, das monatliche Taschengeld oder das Kindergeld. Von diesem Konto gehen dann auch fixe Kosten ab, wie z.B. die Miete, Versicherungen, die Kosten für ein Streaming-Abonnement oder vielleicht sogar die Raten für einen Kredit. Zusammen mit diesen Fixkosten wird auch ein festgelegter Betrag auf das Tagesgeldkonto (früher gern auch als “Sparbuch”) überwiesen. Dieser Betrag muss nicht groß sein, aber stetig fließen. Was die Zinsen angeht macht dies mittlerweile ohnehin keinen Unterschied mehr. Weder auf dem einen, noch auf dem anderen bekommt man aktuell Zinsen, welche die Inflation annähernd ausgleichen würden. Wenn man es genau nimmt, verliere ich dadurch Geld (oder genauer: Kaufkraft). Der monatliche Sparbetrag wiegt das meines Erachtens aber auf.

Wie budgetiere ich meine Finanzen?

Wie ihr wisst, nutze ich das Programm MoneyControl. Dort konnte ich verschiedene Budgets eintragen, und bei jeder Ausgabe im Blick behalten, wie viel Geld ich für die jeweilige Kategorie noch über habe. Aber für das richtige Budgetieren braucht man kein extra Programm: Stift und Papier reichen völlig aus!

  1. Ich habe zuerst eine Soll-Haben-Liste angefertigt und meine fixen Einnahmen/Ausgaben penibel aufgeschrieben. So kann man auch direkt sehen, wo eventuell noch Einsparungspotenzial ist. Zu den fixen Ausgaben gehört auch der festgelegte Sparbetrag!
  2. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ist der Betrag, den man monatlich zur freien Verfügung hat.
  3. Als Nächstes habe ich mir überlegt, wofür ich monatlich mein Geld ausgebe. Lebensmittel, Bücher, Kleidung, Kino und Kneipenbesuche mit Freunden. Durch mein Haushaltsbuch konnte ich nachvollziehen, wie viel Geld ich in den vergangenen Monaten für jede dieser Kategorien ausgegeben habe.
  4. Sobald ich mir so einen Überblick verschafft habe, habe ich mir mein Budget für jede dieser Kategorien überlegt. Dabei war ich realistisch und habe mir weder zu wenig, noch zu viel gestattet. Außerdem habe ich mir einen Puffer eingeplant – für Geschenke, ungeplante (kleine) Ausgaben, oder wenn ich in einem Bereich über die Stränge geschlagen habe.
  5. Sobald ich in einer Kategorie mein Budget erreicht habe, versuche ich konsequent in diesem Monat weitere Kosten in diesem Bereich zu vermeiden. Man muss lernen, Nein zu sagen, auch zu sich selbst! (Das ist schwieriger, als das hier dahergesagt ist…)
  6. Ich habe für mich entschieden, dass ich Restbeträge aus meinen jeweiligen Budgets nicht in den nächsten Monat übertrage, sondern auch dieses Geld auf mein Sparkonto übertrage.
Kleingeldsparen

Meine Bank bietet eine interessante Art des Kleingeldsparens an, die sich für mich als sehr effektiv herausgestellt hat. Jedesmal wenn ich mit meiner Giro- oder Kreditkarte etwas bezahlte, rundet meine Bank den Betrag auf und transferiert die Differenz auf mein Tagesgeldkonto. Ich konnte im Vorfeld wählen, ob ich auf den vollen oder auf fünf Euro aufrunden möchte.

Wenn ich zum Beispiel an drei Tagen die Woche auf dem Weg zur Arbeit ein belegtes Brötchen für 2,70 € kaufe und zahle dieses per Karte, gehen automatisch, je nachdem für welche Sparmethode ich mich entschieden habe, entweder 0,30 € bzw. 2,30 € pro Kauf auf mein Tagesgeldkonto. Das macht aufs Jahr gerechnet 46,80 € bzw. 358,80 €. Übrigens: Wären diese insgesamt 421,20€ pro Jahr (2,70€*3 Tage*52 Wochen) nicht eine großartige Idee zum Einsparen?

Auch Abbuchungen vom Konto für Spotify oder Lastschriften beim Onlineversand werden berücksichtigt.

Fazit

Mit dem Zwei-Konten-Prinzip, einem Budgetplan und etwas Selbstkontrolle habe ich meine monatliche Sparrate erheblich ausweiten können. So konnte ich mir einen ausreichenden Notgroschen anlegen, mit dem ich im Notfall mein Auto reparieren lassen oder mir eine neue Waschmaschine kaufen könnte. Und diese Sicherheit gibt ein sehr gutes Gefühl!

Probiert das Zwei-Konten-Prinzip doch auch einmal aus und berichtet mir, wie es euch bei eurer finanziellen Selbstverantwortung weitergeholfen hat.

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