{"id":7579,"date":"2021-02-09T13:31:42","date_gmt":"2021-02-09T13:31:42","guid":{"rendered":"https:\/\/zeitistrelativ.de\/blog\/?p=7579"},"modified":"2021-02-09T13:31:44","modified_gmt":"2021-02-09T13:31:44","slug":"schaffen-pandemien-eine-altruistische-wende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeitistrelativ.de\/blog\/schaffen-pandemien-eine-altruistische-wende\/","title":{"rendered":"Schaffen Pandemien eine altruistische Wende?"},"content":{"rendered":"\n<h2><strong>Schaffen Pandemien eine altruistische Wende? \u00dcber eine Neuausrichtung im Zuge der Coronakrise.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der franz\u00f6sisch-deutsche Historiker \u00c9tienne Fran\u00e7ois schrieb im Juni 2020 in seinem Essay \u201aEine Krise ohne Beispiel\u2018, dass ihn die \u201eausgepr\u00e4gte emotionale und existenzielle Dimension der gegenw\u00e4rtigen Krise\u201c \u00fcberrasche. Als Grund hierf\u00fcr nannte er u.a., dass \u201edie gegenw\u00e4rtige Krise verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Todesopfer fordert\u201c. Zum Vergleich nannte er die Opfer, die u.a. die \u201aHongkonger Grippe\u2018 (1968-1970) sowie die \u201aSpanische Grippe\u201c (1918\u20131920) ihrerseits forderten. So lie\u00dfen bei der Spanischen Grippe zwischen 20 und 50 Mio. Menschen ihr Leben. Bei der Hongkonger Grippe waren es mind. 1 Mio. Opfer. Als \u00c9tienne Fran\u00e7ois sein Essay schrieb, lag die Todeszahl der an oder mit Covid-19 Verstorbenen weltweit bei rd. 500.000 und damit unterhalb der absoluten Zahlen der vorangegangenen, genannten Pandemien. Dabei hat er, so wie viele andere in diesem fr\u00fchen Stadium der Pandemie, au\u00dfer Acht gelassen, dass es sich bei den angef\u00fchrten Pandemien um beendete Krisen handelte. Sowohl die Spanische als auch die Hongkonger Grippe dauerten jeweils rd. 2 Jahre. Von einer \u00e4hnlichen Dauer ist bei der Coronapandemie ebenfalls auszugehen, wenn man sich die bislang vergangenen Zeit und die noch n\u00f6tige Zeit bis zu einem messbaren Impferfolg vor Augen f\u00fchrt. Inzwischen liegt auch in der aktuellen Krise die Anzahl der Todesopfer bei <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/covid19.who.int\" target=\"_blank\">2.312.278<\/a> (zuletzt gepr\u00fcft am: 09.02.2021, 12:10 Uhr). Was es mit einem derartigen Wachstum auf sich hat, erkl\u00e4rte die promovierte Naturwissenschaftlerin und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Oktober 2020 und appellierte an die B\u00fcrger <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/rki-deutschland-fallzahlen-merkel-101.html\" target=\"_blank\">&#8220;Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer m\u00f6glich, zu Hause, an Ihrem Wohnort.&#8221;<\/a> (Tagesschau 17.10.2020).&nbsp;Der Appell ist im Sande verlaufen und hat zu einem erneuten Lockdown gef\u00fchrt, der weitreichende Einschnitte in die Freiheitsrechte der Bev\u00f6lkerung zur Folge hat. Vor diesem Hintergrund ist es zumindest diskutierenswert, ob wir in einer gesellschaftlichen Ordnung leben, in der Altruismus gegen\u00fcber Egoismus den K\u00fcrzeren zieht und ob, bei einer fortdauernden Krise, es dahingehend zu einem gesellschaftlichen Umbruch kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Noch immer haben wir die Bilder vor Augen, wie im ersten Lockdown, im April 2020, die Menschen auf ihren Balkonen oder offenen Fenster standen und f\u00fcr die Menschen in der Pflege und f\u00fcr die \u00c4rzt*innen klatschten. Es tauchten Videos auf YouTube auf, in denen man erlebte, wie Musiker in Italien auf ihren Balkonen oder Dachterrassen musizierten oder die Menschen gemeinsam sangen. Ein Gef\u00fchl der Solidarit\u00e4t breitete sich aus und pl\u00f6tzlich schien es m\u00f6glich, diese Viruspandemie gemeinsam zu \u00fcberwinden. Die Fallzahlen gingen herunter, die Krankenh\u00e4user kamen nicht an ihre Kapazit\u00e4tsgrenzen und der Lockdown wurde Anfang, Mitte Juni gelockert. Vor diesem Hintergrund ist der hoffnungsvolle Tonfall von \u00c9tienne Francois kein Wunder. Dennoch blieb ein fahler Beigeschmack. Im Fr\u00fchjahr fehlte es in den Supermarktregalen an Grundlegendem. Die Menschen begannen Nudeln, Reis und sogar Toilettenpapier zu horten, als w\u00e4re ein mit Papier ges\u00e4uberter Hintern in einer Pandemie das Wichtigste. Im Fr\u00fch- und Sp\u00e4tsommer be\u00e4ugte man die Reiser\u00fcckkehrer skeptisch und die Frage wurde gestellt: Musste man in einer weltweiten Pandemie tats\u00e4chlich in den Urlaub fliegen? Hat der Mensch ein Recht auf seinen Strandurlaub in der Karibik oder Partys auf einer spanischen Baleareninsel? Hochzeiten wurden wieder in gr\u00f6\u00dferen Gesellschaften gefeiert, als w\u00fcrde das Virus an einem solchen Feiertag rund um die Hochzeitsgesellschaft einen gro\u00dfen Bogen machen. Und nat\u00fcrlich wurde auf die Jugendlichen geschimpft, die durch ihre Feierwut an den Wochenenden das Pandemiegeschehen zus\u00e4tzlich befeuern w\u00fcrden. Gleichzeitig schickte man diese Altersgruppe aber wieder in den Pr\u00e4senzunterricht an Grund- und weiterf\u00fchrenden (auch berufsbildenden) Schulen, wo die Handhabung einer Maskenpflicht je nach Bundesland ganz unterschiedlich geregelt wurde. Meldungen \u00fcber Anti-Corona- Demonstrationen beherrschten die Nachrichten. Verschw\u00f6rungstheoretiker werfen einer Weltelite, an deren Spitze der Microsoftmitbegr\u00fcnder Bill Gates stehe, vor, die Pandemie erfunden zu haben, um mit einem Impfstoff den Geist eines jeden Menschen in eine Cloud hochzuladen. Wenn das allerdings m\u00f6glich sein sollte, frage ich mich, wieso ich mich allt\u00e4glich noch mit Funkl\u00f6chern, abst\u00fcrzendem WLAN und mangelnder oder fehlender Internetversorgung, vor allem auf dem Land, herumschlage.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind denn alle Menschen um mich herum pl\u00f6tzlich verr\u00fcckt geworden? Immer dann, wenn man dieses Gef\u00fchl hat, sollte man \u00fcberpr\u00fcfen, ob man nicht selbst verr\u00fcckt sei. Schlie\u00dflich sind die Verr\u00fcckten und Egoistischen doch immer die anderen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Wir bewerten die Menschen nach dem was sie tun, wobei unser Augenmerk auf den vermeintlichen Fehlern liegt. Dabei muss sich jeder einzelne eigentlich nur vor einer einzigen Person verantworten: sich selbst. Wir hatten unsere Hochzeitsfeier f\u00fcr Anfang April geplant und ich habe Ende M\u00e4rz verzweifelt nach einer L\u00f6sung gesucht, doch noch mit Familie und Freunden feiern zu k\u00f6nnen. Ende M\u00e4rz waren zehn Menschen im Standesamt erlaubt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte ich gerne, unter anderem, meine Gro\u00dfeltern dabeigehabt. Die beiden haben allerdings schon das achtzigste Lebensjahr weit \u00fcberschritten und geh\u00f6ren damit zur Risikogruppe. War ich egoistisch, als ich bis zuletzt gehofft hatte, man findet eine L\u00f6sung, dass die Beiden dabei sein konnten? Die Entscheidung wurde uns abgenommen, als man s\u00e4mtliche G\u00e4ste verbot und lediglich dem Brautpaar den Zutritt in die heiligen Hallen der Standesbeamtin gew\u00e4hrte. Und trug ich nicht auch einen kleinen Funken Neid in mir, als meine beste Freundin zusammen mit ihrem Mann im Fr\u00fchsommer f\u00fcr eine Woche nach Rhodos fliegen konnten? Auch unseren im Vergleich bescheidenen Herbsturlaub bei der Familie in Bayern haben wir erst zwei Tage vor Antritt abgesagt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Krisen sind Extremsituationen. Sie \u00e4hneln Projekten: Sie beginnen, werden geplant, wieder ge\u00e4ndert, und zu einem Ende gef\u00fchrt, wenn die L\u00f6sung f\u00fcr ein Problem gefunden ist. Dabei ist es im ersten Moment egal, ob nun ein Hurrikan die amerikanische K\u00fcste heimsucht, ein Starkregen die Elbe \u00fcber die Ufer steigen l\u00e4sst oder sich ein Virus \u00fcber den gesamten Globus ausbreitet. Am Anfang hilft man sich. Man schleppt Sands\u00e4cke, kauft f\u00fcr die Nachbarn ein und klatscht f\u00fcr die Pflegekr\u00e4fte. Allerdings hat die Solidarit\u00e4t bei Sturmsch\u00e4den und Hochwasser ein Verfallsdatum. Die solidarischen Gesten, die Hilfsbereitschaft beim Wiederaufbau, sind Handlungen, die sichtlich zu einem Erfolg f\u00fchren. Die Sch\u00e4den sind beseitigt, die D\u00e4mme gesichert. Bei einem Virus sieht der einzelne nicht, ob seine Alltagsmaske das Leben eines anderen gerettet hat. Das Virus ist nicht sichtbar, es f\u00fchrt kein lobendes Feedbackgespr\u00e4ch \u00fcber verhinderte Ansteckungen. Die Frage wird gestellt: Wie kann etwas, das ich nicht sehen kann, meinen Lebensalltag so weitgehend bestimmen? Auch hier ist es vor diesem Hintergrund kaum verwunderlich, dass Coronagegner vermeintliche Beweismittel fordern: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/panorama\/wo-sind-die-toten-wo-habt-ihr-sie-versteckt-vermummte-ziehen-auf-der-suche-nach-corona-toten-durch-zittau\/26289956.html\" target=\"_blank\">\u201eWo sind die Toten, wo sind die Kranken? Wo habt ihr sie versteckt?&#8221;<\/a> (Der Tagesspiegel 20.10.2020). W\u00e4hrend man im Fr\u00fchjahr noch in den Nachrichten die Bilder von \u00fcberf\u00fcllten Krankenh\u00e4usern in Italien und Massengr\u00e4bern auf Hart Island, New York, zu sehen bekam, fehlen diese aus Deutschland. Dabei ist es hier, dank umfangreicher gesetzlich festgelegter Pers\u00f6nlichkeitsrechte, gar nicht m\u00f6glich, auf Intensivstationen die kranken und sterbenden Menschen zu filmen, nur um im Abendprogramm auf drastische Bilder zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig hat man sich an die Allgegenw\u00e4rtigkeit des Virus gew\u00f6hnt. Der Mensch wird krisenm\u00fcde, er stumpft ab, er verdr\u00e4ngt. Die Stimmen werden lauter, man m\u00fcsse lernen, mit dem Virus zu leben. Das stressige Projekt, weswegen man sich einschr\u00e4nkt, die Familie vertr\u00f6stet, welches nie zu Ende gef\u00fchrt wird, wird zur selbstzerfressenden Normalit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was hei\u00dft es, wenn man verlangt, mit dem Virus zu leben zu lernen? Schlie\u00dflich hat der Politiker und Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Sch\u00e4uble, im Fr\u00fchjahr noch gewarnt: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article207531925\/Schaeuble-zu-Corona-Nicht-alles-muss-vor-dem-Schutz-von-Leben-zuruecktreten.html\" target=\"_blank\">\u201cNicht alles hat sich dem Schutz des Lebens unterzuordnen\u201d<\/a> (Sch\u00e4uble, Wolfgang 26.04.2020). Eine der m\u00f6glichen Antworten ist erschreckend. In dieser wird gefordert, dass die getroffenen Schutzma\u00dfnahmen aufgehoben werden und zu dem Status Quo vor der Pandemie zur\u00fcckgekehrt wird. Dabei wird der Tod relativiert. Es sterben nur die anderen, die Alten, die Kranken, die Vorerkrankten an diesem t\u00fcckischen Virus. Eine nat\u00fcrliche Auslese sozusagen. Eine menschenverachtende Forderung. Eine andere Lesart ist positiver. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit konnten mehrere Vakzine entwickelt werden, die einen Schutz vor Covid-19 bieten. Wenn gen\u00fcgend Menschen geimpft sind, verliert das Virus so seinen Schrecken. Gleichzeitig bleibt zu hoffen, dass gewisse Erkenntnisse bleiben: Es ist nicht clever, sich mit Erk\u00e4ltungserscheinungen ins B\u00fcro zu begeben, was aber wiederum nicht bedeutet, dass man v\u00f6llig arbeitsunf\u00e4hig sei. Es k\u00f6nnen viele positive Effekte erzielt werden, wenn Arbeit und Lernen endlich neu gedacht werden und \u201ePr\u00e4senz\u201c nicht mehr mit \u201eErfolg\u201c gleichgestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Frage zu beantworten, ob diese Pandemie einen dauerhaften Mentalit\u00e4tsumschwung bewirken kann, mag ein weiterer Blick in die Geschichtsb\u00fccher helfen. Dies hat schlie\u00dflich auch \u00c9tienne Fran\u00e7ois bei seinem Essay \u201aEine Krise ohne Beispiel\u2018 getan und auf die Pest verwiesen. Ein Beispiel, dass ich dankbar aufgreife und im Folgenden auf das Werk \u201a<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.chbeck.de\/reinhardt-macht-seuche\/product\/31845222\" target=\"_blank\">Die Macht der Seuche<\/a>\u2018 des Historikers Volker Reinhardt Bezug nehme.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pest fand ihren Weg, wie das Coronavirus, \u00fcber die Handelswege aus China nach Europa und brach ebenfalls in mehreren Wellen \u00fcber die Menschheit herein. Und genauso wie heute hatten die betroffenen L\u00e4nder, damals unter anderem auch Stadtstaaten, ihre ganz eigene Methode, dieser Krise zu begegnen. Zudem trafen auch damals schon unterschiedliche Interessensgruppen aufeinander. Die Kaufleute, insbesondere an den Handels- und Umschlagspunkten, hatten keine Lust, sich durch die Pest ihre Gesch\u00e4fte kaputt machen zu lassen. Vielerorts schreckte die herrschende Klasse vor harten Ma\u00dfnahmen zur\u00fcck, um eine Panik zu vermeiden, oder um ihren Machtanspruch weiterhin zu legitimieren. In Venedig dagegen wurde 1348, als das Virus die Stadt erreichte, die Gastronomie verboten und ein Alkoholverbot verh\u00e4ngt. 672 Jahre sp\u00e4ter sind die Ideen nicht viel anders. In Florenz hat es allerdings sieben Jahre gedauert, bis die Mittelschicht den Aufstand gegen diese Ma\u00dfnahmen \u00fcbte, und nicht lediglich ein paar wenige Monate. Ob sich die Mentalit\u00e4t der Menschen im vierzehnten Jahrhundert nachhaltig gewandelt hat, mag man heutzutage nat\u00fcrlich nicht mehr abschlie\u00dfend kl\u00e4ren. Aber ein Blick in die Werke Boccaccios verr\u00e4t dahingehend schon einiges und offenbart ein, um es vorsichtig auszudr\u00fccken, wenig altruistisches Menschenbild. In dieser Sammlung von insgesamt 100 Novellen wird die Geschichte von sieben Florentinern erz\u00e4hlt, die sich vor der schwarzen Pest in ein Landhaus au\u00dferhalb Florenz fl\u00fcchten und dort, im Schutze eines Vorl\u00e4ufers des Social Distancing, die t\u00f6dliche Gefahr mithilfe von Rollenspielen aussitzen. Dabei wird der moralische Zerfall deutlich, der alle damaligen Gesellschaftsschichten betraf. Zudem galt bei den sieben Schicksalsgenossen das Motto: \u201eRette sich, wer kann\u201c. Aufgrund der drastischen und detailreichen Darstellung der Pest in Florenz, gilt das Werk heute als historische Quelle \u00fcber die Pandemie. Erw\u00e4hnenswert ist weiterhin das sogenannte \u201aWunder von Mailand\u2018. Demnach gab es in Mailand keine Pestkranken. Eine Legende besagt, dass der damalige Mail\u00e4nder Herrscher Luchino Visconti drei Familien, die an der Pest erkrankten, einmauern und verhungern lie\u00df und so eine Ausbreitung in dem Stadtstaat verhinderte. Eine drastische Ma\u00dfnahme, die sich, im angepassten Rahmen nat\u00fcrlich, in der Forderung der \u201aZero-Covid\u2018-Anh\u00e4nger wiederfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der d\u00e4nische Philosoph S\u00f8ren Kierkegaard pr\u00e4gte die Forderung \u201eVorw\u00e4rts leben \u2013 r\u00fcckw\u00e4rts verstehen\u201c, und gibt so den Rat, aus der Geschichte zu lernen und das gelernte Wissen zuk\u00fcnftig anzuwenden. Aber was l\u00e4sst sich aus der Pandemiegeschichte lernen? Ob eine Krise, wie die aktuelle Coronapandemie, dauerhaft die Mentalit\u00e4t der Menschen \u00e4ndern kann, ist mehr als fraglich. Vielmehr zeigt sie Schw\u00e4chen der Gesellschaft wie unter dem Brennglas. Und diese sind seit jeher Egoismus, Neid, soziale Ungerechtigkeit und Konflikte. Jedoch folgte in der Vergangenheit auf eine Krise stets ein Auf- und ein Umschwung. Der Pest folgte die Renaissance, der gro\u00dfe Brand von London sorgte f\u00fcr eine moderne Stadtplanung inklusive Brandschutzverordnung, und die goldenen Zwanziger schlossen sich sowohl an das Ende des ersten Weltkrieges als auch an die Spanische Grippe an. So bleibt die Hoffnung, dass sich auch an dieser Krise eine Phase des Auf- und Umschwungs anschlie\u00dft, die ihrerseits Einzug in das kollektive Ged\u00e4chtnis als Erinnerungsort findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaffen Pandemien eine altruistische Wende? \u00dcber eine Neuausrichtung im Zuge der Coronakrise. Der franz\u00f6sisch-deutsche Historiker \u00c9tienne Fran\u00e7ois schrieb im Juni 2020 in seinem Essay \u201aEine Krise ohne Beispiel\u2018, dass ihn die \u201eausgepr\u00e4gte emotionale und existenzielle Dimension der gegenw\u00e4rtigen Krise\u201c \u00fcberrasche. 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